Schutzschirmverfahren

09.10.2014 • Leistungen

Schutzschirmverfahren

Wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Insolvenzrechts ist das mit Inkrafttreten des ESUG eingeführte Schutzschirmverfahren nach § 270 b InsO. Es stellt eine besondere Verfahrensart dar und bietet Schuldnern, denen die Zahlungsunfähigkeit droht oder die überschuldet sind, die Möglichkeit, eine Sanierung im Rahmen der Eigenverwaltung vorzubereiten, während sie für einen Zeitraum von höchstens drei Monaten vor Anträgen und Sicherungsmaßnahmen der Gläubiger geschützt sind.

Vorteile eines Schutzschirmverfahrens:

Planbarkeit des Verfahrens:

Der Schuldner kann selbstbestimmt die Krisenursachen beseitigen und sich zugleich aller insolvenzrechtlicher Sanierungstools bedienen.

Kooperation statt Konfrontation:

Das Schutzschirmverfahren ist ein Kooperationsverfahren. Die Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung werden durch eine frühe Einbeziehung und enge Zusammenarbeit mit den Gläubigern wesentlich erhöht.

Die Einleitung des Sanierungsverfahrens wird nach der geltenden, herrschenden Auffassung der Gerichte nicht öffentlich bekannt gemacht, so dass das Unternehmen in einem Zeitraum von bis zu drei Monaten unter dem Schutz des Insolvenzrechts die Ausarbeitung und Umsetzung des Sanierungsplans vorantreiben kann. LECON unterstützt als aktiver Partner Ihres Unternehmens den gesamten Prozess von der Vorbereitungsphase bis zum Abschluss des Sanierungsverfahrens insolvenzrechtlich sowie betriebswirtschaftlich. LECON bietet auch die Erweiterung der Geschäftsführung durch einen Sanierungsexperten an.

Voraussetzungen eines Schutzschirmverfahrens:

Voraussetzungen Schutzschirmverfahren

Verfahrensablauf:

Der Ablauf eines Schutzschirmverfahren erfolgt in drei Phasen.

Ablauf Schutzschirmverfahren (4)

In der Vorbereitungsphase erfolgt eine Ist-Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Schuldners. Dabei ist es ganz gleich in welcher Rechtsform (Personen- oder Kapitalgesellschaft) der Schuldner organisiert ist oder ob es sich um eine natürliche Person handelt – das Schutzschirmverfahren steht grundsätzlich jedem Insolvenzschuldner offen.  Verlustursachen werden dabei aufgedeckt und Sanierungsmaßnahmen definiert. Im Anschluss daran wird das Sanierungskonzept erarbeitet. Das Controlling wird angepasst, u.a. durch Einführung einer wöchentliche Liquiditätsplanung. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit den Stakeholdern und dem Insolvenzgericht ist ratsam. Eine Bescheinigung nach § 270 b InsO muss eingeholt und die Auswahl des (vorläufigen) Sachwalters getroffen werden. Optimal ist ein Vorbereitungszeitraum von drei Monaten.

Zum Abschluss der Vorbereitungsphase wird die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung  beantragt und die Schutzschirmphase beginnt. Nun wird innerhalb von maximal drei Monaten in enger Absprache mit den Gläubigern ein Insolvenzplan zur rechtlichen Umsetzung des Sanierungskonzepts ausgearbeitet und erste Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Der Schuldner hat zudem die Möglichkeit, u.a. Schutz vor Zwangsvollstreckungsmaßnahmen zu beantragen.

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens beginnt schließlich die Sanierungsphase. In einem Erörterungs- und Abstimmungstermin wird der Insolvenzplan unter den Beteiligten erörtert und anschließend wird darüber abgestimmt. Haben die Beteiligten den Plan angenommen und das Gericht ihn rechtskräftig bestätigt, treten die Wirkungen des Plans ein und das Gericht beschließt die Aufhebung des Insolvenzverfahrens.

Pin It