Suhrkamp Insolvenz – Eine Chronik der Ereignisse

Die Insol­venz des Suhr­kamp Ver­la­ges wird von gro­ßer media­ler Auf­merk­sam­keit beglei­tet. Hier die wich­tigs­ten Ereig­nis­se im Über­blick:

18.12.2014 – Antrag auf einstweilige Anordnung abgelehnt

BVerfG, Beschluss vom 18.12.2014 – 2 BvR 1978/13
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hat den Antrag der Min­der­heits­ge­sell­schaf­te­rin der Suhr­kamp Ver­lag GmbH & Co. KG auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung abge­lehnt. Das Gericht kam unter Abwä­gung der jewei­li­gen Inter­es­sen zu dem Schluss, dass „die Nach­tei­le, die der Schuld­ne­rin und ihren Arbeit­neh­mern, ihren Gläu­bi­gern und ihren Anteils­eig­nern bei Erlass der einst­wei­li­gen Anord­nung dro­hen, […] die Nach­tei­le erheb­lich [über­wie­gen], die bei Ableh­nung der einst­wei­li­gen Anord­nung ein­zu­tre­ten dro­hen, selbst wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de der Min­der­heits­ge­sell­schaf­te­rin sich im wei­te­ren Ver­lauf als begrün­det erwei­sen soll­te.“
Damit dürf­te das Tau­zie­hen zwi­schen den Gesell­schaf­tern um die Umset­zung des Insol­venz­plans, been­det sein.

04.12.2014 – BVerfG stoppt vorerst die Umwandlung des Suhrkamp Verlages in AG

BVerfG, Beschluss vom 04.12.2014 – 2 BvR 1978/13
Mit Beschluss vom 04.12.2014 unter­sag­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt dem Amts­ge­richt Char­lot­ten­burg vor­läu­fig, das Insol­venz­ver­fah­ren über das Ver­mö­gen der Suhr­kamp Ver­lag GmbH & Co. KG auf­zu­he­ben und den Suhr­kamp Ver­lag als Akti­en­ge­sell­schaft in das Han­dels­re­gis­ter ein­zu­tra­gen. Damit ist die Umset­zung des Insol­venz­plans, wel­cher u.a. die Umwand­lung des Ver­la­ges von einer Kom­man­dit­ge­sell­schaft in eine Akti­en­ge­sell­schaft vor­sieht, vor­erst gestoppt.

20.10.2014 – LG Berlin: Insolvenzplan kann durchgeführt werden

Land­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 20. Okto­ber 2014 – 51 T 696/14
Laut Pres­se­mit­tei­lung hat das Land­ge­richt Ber­lin am 20.10.2014 eine Beschwer­de der Medi­en­hol­ding AG Win­ter­thur gegen die Durch­füh­rung des Insol­venz­plans über das Ver­mö­gen der Suhr­kamp Ver­lag GmbH & Co KG zurück­ge­wie­sen. Gegen ihn wen­det sich die Medi­en­hol­ding Win­ter­thur AG ohne Erfolg, da – so da Land­ge­richt – der Durch­füh­rung des Plans im Inter­es­se der Erhal­tung des Geschäfts­be­triebs des Ver­la­ges der Vor­rang vor den Gläu­bi­ger­inter­es­sen der Medi­en­hol­ding ein­zu­räu­men sei.

17.07.2014 – BGH: Sofortige Beschwerde gegen Insolvenzplan zulässig

BGH, Beschluss vom 17.07.2014 – IX ZB 13/14″
Mit Beschluss vom 17.07.2014 ent­schied der Bun­des­ge­richts­hof im Fall Suhr­kamp, dass die sofor­ti­ge Beschwer­de zuläs­sig sei, wenn ein Gesell­schaf­ter der Schuld­ne­rin glaub­haft macht, durch den Insol­venz­plan wesent­lich schlech­ter gestellt zu wer­den als ohne ihn, auch wenn er im Rah­men der Plan­be­stä­ti­gung kei­nen Antrag auf Min­der­hei­ten­schutz gestellt hat.

Das Insol­venz­ge­richt hat­te den Insol­venz­plan bestä­tigt. Die dage­gen ein­ge­leg­te sofor­ti­ge Beschwer­de der Medi­en­hol­ding hat das Land­ge­richt Ber­lin mit Beschluss vom 21./24.02.2014 als unzu­läs­sig zurück­ge­wie­sen, weil die Medi­en­hol­ding vor der Bestä­ti­gung des Insol­venz­plans kei­nen Min­der­hei­ten­schutz­an­trag nach § 251 InsO gestellt hat­te. Zusätz­lich hat es die Beschwer­de durch wei­te­ren Beschluss vom 14.04.2014 aus Grün­den der Vor­ran­gig­keit des Voll­zugs des Insol­venz­plans zurück­ge­wie­sen (§ 253 Abs. 4 InsO). Auf die Rechts­be­schwer­de der Medi­en­hol­ding hat der Bun­des­ge­richts­hof nun bei­de Ent­schei­dun­gen durch Beschluss auf­ge­ho­ben und die Sache an das Land­ge­richt Ber­lin zurück­ver­wie­sen.

26.09.2013 – Suhrkamp legt Insolvenzplan vor

Der Insol­venz­plan, über den am 22.10.2013 abge­stimmt wer­den soll, sieht u.a. die Umwand­lung der Suhr­kamp Ver­lag GmbH & Co. KG in eine Akti­en­ge­sell­schaft unter gleich­blei­ben­der Betei­li­gung ihrer bis­he­ri­gen Gesell­schaf­ter vor.

06.08.2013 – Suhrkamp: Insolvenzverfahren eröffnet

Am 06.08.2013 eröff­ne­te das Amts­ge­richt Ber­lin Char­lot­ten­burg – Insol­venz­ge­richt – (36s IN 2196/13) über das Ver­mö­gen der Suhr­kamp Ver­lag GmbH & Co. KG das Insol­venz­ver­fah­ren und ord­ne­te die Eigen­ver­wal­tung an.

An der Suhr­kamp Ver­lag GmbH & Co. KG sind als Kom­man­di­tis­ten die Sieg­fried und Ulla Unseld Fami­li­en­stif­tung mit 61% und die Medi­en­hol­ding AG Win­ter­thur (nach­fol­gend Medi­en­hol­ding), deren Gesell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer Ernst Bar­lach ist, mit 39% betei­ligt.

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