Top-Quote im Insolvenzverfahren der VITALIA Reformhaus GmbH

Mit dem Schluss­ter­min am 20.12.2019 fand das Insol­venz­ver­fah­ren der VITALIA Reform­haus GmbH sei­nen Abschluss. „Wir sind sehr zufrie­den mit den Ergeb­nis­sen und der erziel­ten Gesamt­quo­te für die Gläu­bi­ger von über 30 Pro­zent“, so Insol­venz­ver­wal­ter, Rechts­an­walt Micha­el Geor­ge, LECON RESTRUKTURIERUNG | RECHTSANWÄLTE.

Rückblick: Reformhauskette und Bio-Vorreiter in der Krise

Die VITALIA Reform­haus GmbH ver­trieb sei­ner­zeit Natur­kost- und Reform­wa­ren über ein Fili­al­netz von 126 Ein­zel­han­dels­ge­schäf­te in der gesam­ten Bun­des­re­pu­blik. Die Gesell­schaft war einer der Vor­rei­ter in Sachen bewuss­te Ernäh­rung, Natur­kos­me­tik und Natur­arz­nei­en. Der Markt für Bio­pro­duk­te hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark ver­grö­ßert, ist aber eben­so hart umkämpft. Liqui­di­täts­eng­päs­se, bedingt durch die dama­li­ge Finanz­kri­se und den Bau eines kon­zern­ei­ge­nen Logis­tik­zen­trums, hat­ten zu Schwie­rig­kei­ten bei der Belie­fe­rung der deutsch­land­weit ver­teil­ten Filia­len geführt. Hin­zu kamen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen den Gesell­schaf­tern. Die Insol­venz­an­trag­stel­lung war irgend­wann nicht mehr zu ver­hin­dern.

„Bei Antrag­stel­lung waren die Filia­len seit Wochen nur noch in redu­zier­tem Umfang belie­fert wor­den. Die Kun­den stan­den teil­wei­se vor lee­ren Rega­len“, erin­nert sich Rechts­an­walt Geor­ge. In kür­zes­ter Zeit war es dem Insol­venz­ver­wal­ter und sei­nem Team bei LECON gelun­gen, den Geschäfts­be­trieb wie­der zu sta­bi­li­sie­ren und die Belie­fe­rung sicher zu stel­len – trotz ange­spann­ter Liqui­di­täts­la­ge. Bereits rund drei Mona­te nach Antrag­stel­lung folg­te die über­tra­gen­de Sanie­rung der Reform­haus­ket­te und damit die nach­hal­ti­ge Ret­tung des Geschäfts­be­trie­bes. Nach Unter­neh­mens­an­ga­ben bestehen unter dem neu­en Eigen­tü­mer bis heu­te bun­des­weit 86 Geschäf­te.

Realisierung der Haftungsansprüche verzögerte zeitnahen Verfahrensabschluss

Im Anschluss wid­me­ten sich Insol­venz­ver­wal­ter Geor­ge und sein Kol­le­ge Tho­mas Klöck­ner – eben­falls Part­ner der Kanz­lei LECON RESTRUKTURIERUNG | RECHTSANWÄLTE – der Auf­ar­bei­tung und Gel­tend­ma­chung der Ansprü­che gegen die Geschäfts­füh­rer. Die wei­te­ren Kon­zern­ge­sell­schaf­ten Öko­No­va Han­dels­ge­sell­schaft für Pro­duk­te aus kon­trol­lier­tem Anbau GmbH, Ber­lings Natur­kost GmbH sowie die Bütt­ner Grund­be­sitz GmbH & Co KG waren eben­falls von der Insol­venz betrof­fen und wur­den von LECON ver­wal­tet. Zähe Ver­hand­lun­gen, eine damals nicht­exis­tie­ren­de höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung zur „Bug­wel­len­theo­rie“ (Ein­ord­nung der soge­nann­ten Pas­si­va II) und lang­wie­ri­ge Pro­zes­se ver­hin­der­ten einen schnel­len Ver­fah­rens­ab­schluss. Hin­zu kamen die kon­zern­in­ter­nen Ver­flech­tun­gen und Leis­tungs­be­zie­hun­gen, die zivil- wie steu­er­recht­lich auf­zu­ar­bei­ten waren. „Nur dank der Weit­sich­tig­keit des Insol­venz­ge­richts Wolf­rats­hau­sen und des in uns gesetz­ten Ver­trau­ens bei der Ver­wal­ter­be­stel­lung für alle Gesell­schaf­ten ist es gelun­gen, ein kon­zern­wei­tes Ver­ständ­nis zu erlan­gen und in allen Gesell­schaf­ten gute Ergeb­nis­se für die Gläu­bi­ger zu erzie­len“, berich­tet Geor­ge. Fast zeit­gleich mit dem insol­venz­recht­li­chen Fort­schritt kam auch die straf­recht­li­che Auf­ar­bei­tung des Ver­fah­rens zu einem Ende: Mit­te Sep­tem­ber 2019 ver­ur­teil­te das Land­ge­richt Mün­chen II einen der Geschäfts­füh­rer der VITALIA Reform­haus GmbH, wie die Süd­deut­sche Zei­tung berich­te­te (Sueddeutsche.de).

Verfahrensergebnis: Mehr als 30 Prozent Quote für einfache Insolvenzgläubiger

Die Mühen haben sich ins­be­son­de­re für die Insol­venz­gläu­bi­ger gelohnt. Mit einer Quo­te von mehr als 30 Pro­zent fin­det die VITALIA -Insol­venz einen sehr guten Abschluss. Die Gläu­bi­ger haben auf die Insol­venz­quo­te wäh­rend des Ver­fah­rens bereits Abschlags­zah­lun­gen von 20 Pro­zent erhal­ten. Wei­te­re 10 Pro­zent wur­den nun zum Jah­res­en­de 2019 aus­be­zahlt.

 

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