MünchnerKarton-Hersteller: Erfolgreiche Umsetzung des Insolvenzplans von LECON

Unternehmen startet nach erfolgreicher Umsetzung des Insolvenzplans durch LECON mit neuer Zielrichtung in die Zukunft

Der Ende 2017 erstell­te und rechts­kräf­ti­ge Insol­venz­plan für die Fein­pap­pen­werk Gebrü­der Schus­ter GmbH & Co. KG mit Sitz in Heberts­hau­sen bei Mün­chen konn­te nun­mehr mit Erfolg umge­setzt wer­den. Damit lässt das Unter­neh­men die Insol­venz hin­ter sich. Zum Geschäfts­ge­gen­stand des Unter­neh­mens gehör­te das Her­stel­len, Ver­ar­bei­ten und Ver­edeln von Kar­tons unter­schied­li­cher Gram­ma­tu­ren. Zuletzt waren über 120 Mit­ar­bei­ter in der Gesell­schaft tätig.

Neuer Unternehmenszweck

Das Amts­ge­richt Mün­chen hat den Fort­set­zungs­be­schluss der Gesell­schaf­ter nun im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen, nach­dem zuvor das Insol­venz­ver­fah­ren auf­ge­ho­ben wur­de. Das Unter­neh­men wird künf­tig sei­ner neu­en Zweck­be­stim­mung als Grund­stücks­ent­wick­lungs­ge­sell­schaft nach­ge­hen. Hier­bei wer­den die in der Gemein­de Heberts­hau­sen bele­ge­nen Betriebs­grund­stü­cke für eine Wohn­be­bau­ung und/oder eine Misch­nut­zung qua­li­fi­ziert. Siche­rungs­rech­te der Gläu­bi­ger sol­len damit wert­hal­tig gemacht wer­den, die ohne den Insol­venz­plan im Fal­le der Regel­ab­wick­lung in gro­ßem Umfang aus­ge­fal­len wären.

Ursache der Insolvenz: Fehlkalkulationen im Rahmen der strategischen Neuausrichtung

Das Unter­neh­men muss­te am 31.03.2016 einen Insol­venz­an­trag beim Amts­ge­richt Mün­chen stel­len, nach­dem anhal­ten­de Ver­lus­te in den Jah­ren zuvor die finan­zi­el­len Reser­ven ver­braucht hat­ten. Zum Insol­venz­ver­wal­ter wur­de Herr Rechts­an­walt Ste­phan Ammann von der Kanz­lei Plu­ta ein­ge­setzt.

Wesent­li­che Grün­de für die Ent­ste­hung der Ver­lus­te waren ein Rück­gang der Gesamt­leis­tung auf Grund geän­der­ter Markt­an­for­de­run­gen. Die­sen woll­te sich das Unter­neh­men anpas­sen und den Ver­triebs­fo­kus auf Indus­trie­kun­den rich­ten, was auf­grund von deren not­wen­di­gen Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zes­sen aber nicht kurz­fris­tig rea­li­siert wer­den konn­te. Der for­cier­te Absatz­rück­gang im Han­del konn­te daher nicht adäquat kom­pen­siert wer­den. Dane­ben tru­gen auch die stand­ort­be­ding­ten hohen Fer­ti­gungs­kos­ten zu dem schlech­ten Ergeb­nis bei. Die Pro­duk­ti­ons­an­la­gen waren durch tech­ni­sche Restrik­tio­nen nicht mehr wett­be­werbs­fä­hig und erfor­der­ten man­gels ent­spre­chen­der Inves­ti­tio­nen einen hohen Ener­gie- und über­höh­ten Per­so­nal­be­darf im Vier-Schicht-Betrieb.

Ein von der Insol­venz­ver­wal­tung initi­ier­ter M&A-Prozess blieb erfolg­los. Nach Insol­venz­eröff­nung wur­de die Pro­duk­ti­on ein­ge­stellt.

Gestaltung durch den Insolvenzplan

Die Regel­ab­wick­lung hät­te in der Fol­ge zu einer Befrie­di­gung der unge­si­cher­ten Gläu­bi­ger von 20% geführt. Dem gegen­über stand der von LECON ent­wi­ckel­te Insol­venz­plan mit einer Befrie­di­gung von 30%. Die Quo­ten­er­hö­hung und die Liqui­di­tät hier­für wur­den durch die Haus­bank des Unter­neh­mens als größ­te Gläu­bi­ge­rin finan­ziert. Die­se ver­zich­te­te zum einen auf die Teil­nah­me an der Ver­tei­lung mit ihren unge­si­cher­ten For­de­run­gen und zum ande­ren auf die Rea­li­sie­rung eini­ger Siche­rungs­rech­te. Dar­über hin­aus stell­te sie wei­te­re Gel­der zur Ver­fü­gung.

Win-Win-Situation für alle Beteiligten

Im Ergeb­nis konn­te LECON mit dem Insol­venz­plan eine Win-Win-Situa­ti­on für alle Betei­lig­ten schaf­fen: die unge­si­cher­ten Gläu­bi­ger erhal­ten mit 30% eine gegen­über der Regel­ab­wick­lung deut­lich erhöh­te Quo­te, die noch dazu erheb­lich schnel­ler zufließt, als dies die mehr­jäh­ri­ge Fort­set­zung des Regel­ver­fah­rens erlaubt hät­te. Für die gesi­cher­ten Gläu­bi­ger, ins­be­son­de­re die Haus­bank, wur­den die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen, die Betriebs­grund­stü­cke zu ent­wi­ckeln und deren Wert gegen­über den Ver­wer­tungs­er­geb­nis­sen bei einer Regel­ab­wick­lung deut­lich zu stei­gern. Damit wei­sen auch deren Siche­rungs­rech­te einen weit höhe­ren Wert aus.

Steuerliche Herausforderungen

Der Insol­venz­plan for­der­te in sei­ner Ent­ste­hung die Bewäl­ti­gung umfang­rei­cher steu­er­li­cher Pro­ble­me, wie bei­spiels­wei­se die Ver­schmel­zung des Schwes­ter­un­ter­neh­mens auf die Schuld­ne­rin zum Zwe­cke der steu­er­li­chen Ver­wer­tung von Ver­lust­vor­trä­gen. LECON wur­de hier­bei durch die Wirt­schafts­prü­fungs- und Steu­er­kanz­lei KPWT Strau­bing GmbH unter­stützt.

Über LECON RESTRUKTURIERUNG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH:

Mit 50 Mit­ar­bei­tern berät und unter­stützt LECON sei­ne Kun­den im gesam­ten Bun­des­ge­biet von sie­ben Stand­or­ten aus. Das Restruk­tu­rie­rungs­team von LECON ana­ly­siert erfor­der­li­che Ver­än­de­run­gen in Unter­neh­men und setzt die­se ziel­ori­en­tiert und mess­bar um. Mit einer hohen Pro­blem­lö­sungs- sowie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kom­pe­tenz bewäl­ti­gen die Restruk­tu­rie­rungs­ex­per­ten von LECON gemein­sam mit dem Manage­ment Unter­neh­mens­kri­sen.